Kiel/Rendsburg-Eckernförde

Von der Kunst „da zu sein“

Von September 2015 bis Januar 2016 beteiligte sich der Sanitätsdienst des ASB Kiel in Kooperation mit dem Rettungsdienst an der Versorgung von Transitflüchtlingen in der Markthalle am Kieler Bootshafen.

 Jeden zweiten Abend waren wir dort mit einer, dem Flüchtlingsaufkommen angepassten, Anzahl von Sanitätern vor Ort, um Flüchtlinge, die nach Skandinavien weiterreisen wollten und dieses am selbigen Tag aufgrund begrenzter Fährkapazitäten nicht konnten, unterzubringen, zu verpflegen und zu betreuen.

Diese Dienste wichen deutlich von dem ab, was bisher „Alltagsgeschäft“ im Sanitätsdienst darstellte – nicht nur oft wechselnde Aufgaben, auch Sprachbarrieren und der Umgang mit fremden Kulturen standen auf einmal im Fokus der Arbeit vor Ort. Umso erfreulicher war es, dass eine Großzahl der Sanis in dieser Situation nicht nur eine personelle Belastung, sondern auch eine riesige Chance zur persönlichen Weiterbildung und -entwicklung sah.

Und so kam es, dass eine Gruppe von insgesamt 11 Sanis im Dezember nach Wiesbaden (9) und Köln (2) fuhren, um an dem Lehrgang „Stress und Trauma – Basiswissen für Helfer/innen in der Flüchtlingshilfe“ des ASB Bildungswerkes teilzunehmen. Auf dem eintägigen Lehrgang erklärte uns Peter Zehentner (Leiter des ASB KIT Teams München), wie psychische Traumata bei Flüchtlingen entstehen können und wie wir mit dieser Situation umgehen können, ohne uns selbst psychisch zu belasten.

Das Ergebnis war für viele dann doch verblüffend: „Da zu sein, einfach da zu sein“ schien die simple Botschaft, hinter der sich bei einigem Nachdenken dann doch so viel mehr verbirgt, als dieser einzelne Satz selbst aussagt.
Auch auf die Themen „Umgang mit alleinreisenden Kindern“ und „Kommunikationshürden“ wurde ausführlich eingegangen, sodass am Ende des Tages jeder von uns das gute Gefühl hatte, etwas aus diesem Lehrgang mit nach Hause genommen zu haben.

 

 

12-FEB-2016